... Fotos folgen in Kürze !

Extremadura - Land der Gegensätze, ein Nationalpark und die Dehesas

Nein - diesmal sind wir nicht in den hohen Norden gestartet, sondern in die entgegengesetzte Richtung - nach Spanien! Besser gesagt nach Westspanien in die autonome Verwaltungsregion "Extremadura". Viele unserer Bekannten sagten zu uns: ja fahrt mal ins "Warme"! Natürlich hätten wir sie aufklären können, dass Spanien nicht nur aus den Baleareninseln, Stränden, Meer und Palmen besteht. Jedoch haben wir einfach nur geschmunzelt und wollten uns die Aufklärung über das Reiseziel aufheben bis wir sie mit unseren Fotos und Berichten nach unserem Urlaub eines besseren belehren konnten. Alleine der Klang des Namens "Extremadura" - hört sich genau so an, was die Landschaft an unendlicher Schönheit zu bieten hat: wilde Gebirge, beweidete Eichenhaine, viele Seen, fantastische Natur und unendlich viel Ruhe. Die Gegend nahe der Portugiesischen Grenze ist sehr dünn besiedelt, was somit zur wirkungsvollen Erhaltung dieser Naturzonen beigträgt.

 

Unser Flug nach Madrid startete um 10 h am 08. März ab Frankfurt und nach gut 2 1/2 h kamen wir in Madrid an. Dort übernahmen wir unseren vorgebuchten Mietwagen und starteten nach Torrejon el Rubio zu unsere Unterkunft ins Casa Babel Monfragüe. Die Fahrt dauerte ungefähr 3 Stunden - im kleinen Örtchen (ca. 500 Einwohner) fanden wir nach einigem Suchen unsere Unterkunft und Jose - der Besitzer, erwartete uns bereits. Freundlich informierte er uns über die fantastische hiesige Vogelwelt, erklärte uns die Orte, die sich am Besten zum fotografieren eigneten und war uns in allen anderen Fragen die wir hatten, behilflich. Jose spricht hervorragend englisch und so konnten wir uns sehr gut verständigen. Noch am gleichen Abend starteten wir nach Truijllo um unseren Kühlschrank mit Vorräten zu füllen - somit hatten wir am nächsten Tag mehr Zeit übrig für die "wichtigen Dinge" unseres Urlaubes...

Tag 2 - N.P. Monfragüe, ein Wildschwein und Regen, Regen und nochmals Regen

Es hatte Regen vorhergesagt, ok - wir sind ja Outdoorer und so schnell nicht zu erschüttern - natürlich kann man bei diesen Lichtverhältnissen nicht sehr gut bzw. garnicht fotografieren. Also wollten wir den Tag dazu nutzen, die Gegend rund um den Nationalpark Monfagüe zu erkunden, alsauch den Nationalpark selbst. Die Vorhersage sollte Recht behalten - bereits um 7 h am Morgen, hörten wir daß es draußen schüttete - also machten wir es uns erst mal in der Küche bequem und frühstückten im Haus. Erst gegen 11 h starteten wir unsere "Regen-Tour" und fuhren zum Nationalpark Monfragüe - welcher sich nur rund 15 min. von Torrejon el Rubio entfernt befindet. Wie aus dem nichts stürmte von links kurz vorm Parkeingang ein Iberisches Wildschwein über die Straße - am hellichten Mittag. Die Kameras waren gut verstaut im Kofferraum - na das fing ja gut an!

 

Im Nationalpark findet man noch Mediterrane Wald- und Wiesenlandschaften in Ihrem Urzustand. Es sind die ausgedehntesten und am besten erhaltenen mediterranen Hügellandschaften der Welt, Steineichenwälder auf den Bergen sind umgeben von Bächen, Flüssen und Felsformationen. Eine vielseitige und reichhaltige Flora und Faune präsentiert dieser Park jedem Besucher. Am sogenannten "Geierfelsen" dem Salto del Gitano machten wir unseren ersten kurzen Stopp. Hier gibt es die größte Mönchsgeierkolonie Europas mit über 200 Paaren, einer der größten Gänsegeierkolonien mit über 500 Paaren, außerdem fliegen und brüten hier auch Schmutzgeier und mit ca. 5 Paaren gibt es einen größeren Bestand des Kaiseradlers. Die Geier und Adler sassen auf dem Felsen und strotzten dem Regen... wir hofften auf besseres Wetter um diese beeindruckenden Vögel auch im Flug fotografieren zu können.

 

Wir erkundeten den Park weiter und fuhren bis nach Embalse de Arrocampo. Dieser Staussee (Wasserreservoir) mit seinem 36 m hohen Damm erhebt sich über dem Fluss Arrocampo und dient zum einen als spezielles Schutzgebiet für Vögel sowie als Kühlsystem für das in der Nähe gelegene Kernkraftwerk von Almaraz. Wir holten uns beim Informationszentrum einen Schlüssel, dieser für alle 6 Beobachtungstürme passen sollte und gingen gleich zur ersten - was sollten wir auch sonst bei diesem Wetter tun? Es schüttete wie aus Eimern und ein kräftiger Wind blies um die Hütte. Als es ein klein wenig auflockerte und nur noch leichter Regen fiel, konnten wir ein Purpurhuhn, Teichhühner und weitere Wasservögel am Rande des Wassers beobachten und fotografieren. Nach einiger Zeit brachen wir auf und gaben den Schlüssel wieder zurück. Gegen 21 h sind wir in unserer Unterkunft in Torrejon el Rubio angekommen. Trotz Wassermassen von oben - der zweite Tah ging wahnsinnig schnell vorüber und hinterlies viele neue Eindrücke...

Tag 3, 4 und 5 - Sonne, eine Birdingtour und "Bonelli Eagle" der Habichtsadler

Endlich wurde das Wetter besser - wir konnten in den nächsten 3 Tagen viele Fotos machen. Wir fuhren mehr als 800 km - zum einen erneut durch den Nationalpark, wo wir endlich die Geier während Ihrer Flüge über dem Rio Tajo fotografieren konnten, zum anderen durch die Dehesas bis runter nach Cáceres, wir liefen die kurze Etappe bis zur Burg Castillo de Monfragüe hinauf - (insgesamt 216 Stufen). Von der Aussichtsplattform hatten wir eine atemberaubende Aussicht über den Nationalpark - die Burg liegt auf einem Bergrücken hoch über dem Fluss Tajo. Der Blick schweift über die hügelige Landschaft, die durch den typischen Hutewald "die Dehesas" geprägt ist. Wir machten mit unserem Vermieter Jose eine Birdingtour und konnten - zwar nur aus der Ferne - die Großtrappen sehen, außerdem noch eine Zwergtrappe, Rothühner und Spießflughühner. Natürlich auch viele Singvögel dieser Region und eine Sumpfohreule, die sich tief am Boden in die Gräser drückte.

 

Durch die Tour mit Jose und den Gesprächsthemen während der Tour erzählte er uns unter anderem von einem Freund, der über eine Ansitzhütte verfügt aus dieser man Habichtsadler beobachten und fotografieren könnte. Na das wäre doch mal ein tolles Erlebnis. Wir entschieden spontan genau dies zu tun, Jose telefonierte mit seinem Kumpel und wir hatten Glück - die Hütte war frei! Eigentlich sollte man ja ab morgens in die Hütte - jedoch hatten wir jetzt schon ein Uhr mittags - wir wollten es trotzdem versuchen. Jose gab uns die GPS Koordinaten und lootste uns durch Cáceres bis zur Autobahn-Auffahrt, nun waren wir auf uns gestellt. Doch das Örtchen Santiago del Campo war leicht zu finden und wenig später auch der Treffpunkt - dort empfing uns Joses Freund und dessen Frau. Leider konnten beide kein Wort englisch sprechen, wir wiederum kein spanisch - und trotzdem haben wir uns "bestens" verständigen können! Dieser Nachmittag wird uns unvergessen bleiben - wir hatten Glück und konnten diesen beeindruckenden Greifvogel beobachten und natürlich fotografierten wir ihn auch. Plötzlich ist man wieder ganz still und in sich gekehrt - so ein schönes Geschöpf - der Adler strahlt Kraft, Größe und Stärke aus und schwingt sich doch voller Leichtigkeit in die Lüfte. Amazing!

Tag 6, 7 und 8 - ein Wiedehopf, Gelateria mit Regen und die Heimreise

Der nächste Tag begann genauso schön, wie der letzte Tag geendet hatte - die Sonne lachte vom Himmel, wir konnten tolle Flugaufnahmen von den Geiern machen, fuhren durch die abwechslungsreichen Landschaften der nördlichen Extremadura, sahen viele Vögel und konnten einen Schwarzstorch, mehrere Singvögel, einen Steinkauz und zu guter letzt tolle Fotos von einem Wiedhopf machen. Wiedehopfe haben wir sehr viele in der Gegend beobachten können. Wiederum war das Glück und die persönliche Bekanntschaft Joses auf unserer Seite - so konnten wir in einem Tarnzelt im Garten seines Freundes (Ruben C.) ansitzen und einen Wiedehopf beobachten und natürlich auch einige, hoffentlich schöne Fotos schießen. Treffpunkt war ein Käseladen in der Nähe von Cáceres mit dem schönen Namen (Quesería El Castúo), dort trafen wir Ruben und er fuhr mit seinem Wagen voraus bis zu seinem Haus - ein tolles Grundstück, eine tolle Lage, eine grandiose Aussicht über die Weiten der Dehesas! Ein Traum...

 

Ruben war ein sehr netter Mensch, konnte ein bisschen englisch und wir tauschten unsere Erfahrungen über die Tierfotografie aus. Gegen 18:30 h machten wir uns auf die Fahrt nach Hause - immerhin mussten wir ja noch ca. 60 km bis zu unserer Unterkunft fahren. Das sollte der letzte sonnige Tag vor unserer Heimreise gewesen sein - bereits in der Nacht fing es heftig an zu Regnen. An unserem letzten Tag in Spanien fuhren wir bedingt durch das Wetter bis nach Valle de Jerte - eigentlich ein wunderschönes Tal an diesem in dieser Zeit mehr als zwei Millionen Kirschbäume blühen sollten - die die Hänge der Berge mit einer weißen Decke überziehen - ja eigentlich! Nur in diesem Jahr "noch" nicht... auch in Spanien hatte der Kälteeinbruch aus Sibirien die Natur noch 2 Wochen länger als sonst im Schlaf gehalten.

 

Naja... also fuhren wir zurück nach Plasencia und kehrten in das Cafe "Alba Plata" ein und danach noch in die Gelateria, in dieser die junge Besitzerin ein wahres Milchschaumkunststück in Form eines Bäres auf dem Cappucino vollbrachte. Zurück fuhren wir nochmal durch den NP Monfragüe, hielten am Geierfelsen an, blieben im Auto sitzen, lauschten dem Regen und schauten auf die beeindruckende Kulisse - jeder hing seinen Gedanken nach.. ADIOS Extremadura. Nochmal 170 km gefahren, eine letzte Nacht in Torrejon el Rubio - am nächsten Morgen hieß es Koffer packen und Heimreise antreten.

 

Extremadura y Monfragüe, nos han asombrado, qué lindo lugar aquí en la provincia española - Extremadura und Monfragüe, haben uns erstaunt, was für ein schönes Fleckchen hier in der spanischen Provinz!